Anti-Aging: Eine kritische Würdigung

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Anti-Aging haben wir mehrfach angesprochen. Also den Alterungsprozess hemmen, entschleunigen, teilweise für eine Zeit rückläufig machen können.

Vor kurzer Zeit sind zwei wissenschaftliche Bücher erschienen, die sich mit „Unsterblichkeit“ beschäftigen und in denen auch Anti-Aging angesprochen wird. Die Bücher sind für unsere Problematik nur in einer Hinsicht relevant, weil sie aufzeigen, daß die Frage nach einem immer längeren Leben eher von philosophischer und ethischer Bedeutung ist, aber für die Lebenspraxis der Menschen, also für uns, eher unbedeutend ist. Wer versucht, gesund zu leben, ist ein Anti-Ager. Heute haben wir vielmehr Möglichkeiten zur Verfügung, länger gesund zu leben und die Leidenszeit zu verkürzen, als unsere Eltern, Großeltern usw. Wie man das machen kann, was zu tun ist, wissen wir auch. Das Haupthinderniss ist nicht das Wissen, sind nicht die fehlenden Möglichkeiten, sondern der Wille, die Willenskraft, es auch im täglichen Leben durchzusetzen, sozusagen selbsttherapeutisch aktiv zu sein.

[Man lese hierzu etwa McGonical, Bergauf mit Rückenwind. Willenskraft effizient einsetzen Goldmann, 2012]

Widerspruch gegen die Behauptung Anti-Aging kommt vor allem aus drei Quellen und diese sind ernst zu nehmen.

(1) Der Vorgang des Alterns ist wissenschaftlich nicht geklärt. Altern gilt nach vorherrschender biologisch-medizinischer Sicht nicht als Krankheit. Man unterscheidet zwischen primärem Altern und sekundärem (Auf Wikipedia findet man einen ausführlichen Artikel hierzu). Ersteres ist gegenwärtig nicht beeinflussbar. Wir altern wie ein Löwe oder ein Krokodil. Beide sind machtlos, diesen Prozess zu ändern. Denken wir an unser Gehirn. Die pharmazeutische Industrie hat Milliarden für Arzneien ausgegeben. Bisher kein Ergebnis. Sekundäres Altern ist dagegen von uns selbst erzeugt, durch unsere Lebensweise. Die Funktionstüchtigkeit des Herzens oder der Lunge ist zu einem großen Teil (bis primäres Altern einsetzt), selbstverschuldet, durch unsere Lebensweise. Ernährung und Bewegungsmangel sind Schlüsselbeiträge. Übergewicht ist uns nicht angeboren, Diabetes auch nicht. Wir erzeugen sie selbst. Sie sind nicht Teil der natürlichen Funktionsweise unserer Körper. Chronische Krankheiten oder sog. „Volkskrankheiten“ sind Ergebnisse unseres Verhaltens. Leider hat die Medizin noch wenige Möglichkeiten zu bieten, Volkskrankheiten zu heilen. Sie kann sie etwas hinausschieben, mehr nicht.

Könnten Adaptogene hier helfen? Wenn man sich die Forschung und die Erfahrungen aus der Lebenspraxis der Menschen anschaut, kann man zu diesem Schluß kommen. Adaptogene sind die wirkungsvollsten Energiespender, welche die Natur zu bieten hat. Sie werden daher zu Recht als „konzentrierte Nahrung“ bezeichnet. Der Körper führt sich Energie durch Nahrung zu. Diese Energie hilft dann auch, die Willenskraft zu stärken, die man braucht, um seine Ernährung und Bewegungsweise so zu gestalten, daß man seinem Körper und Geist keinen Schaden zufügt, im Gegenteil, ihm Freude bereitet, sein Immunsystem gesund hält, negative Emotionen wie Angst im Zaum hält. All dies ist für Adaptogene nachgewiesen: durch menschliche Erfahrung und wissenschaftliche Erkenntniss.

Die Medizin, wie sie heute gelehrt und praktiziert wird, lehnt das weitgehend ab. Da die Medizin noch wenig bietet, ist sie skeptisch bis ablehnend, was alternative Ansätze angeht, die behaupten, auf den Alternsprozess Einfluß zu nehmen, auch wenn eine Fülle von Forschungsergebnissen und praktischen Erfahrungen, teilweise Jahrhunderte zurückreichend, das Gegenteil nahelegen.

(2) Es gibt Mediziner und Biologen, welche die Schwäche der gegenwärtig praktizierten Interventionen in den Alternsprozeß anerkennen und nach neuen Verfahren suchen. Sie sind Anti-Ager, einige bezeichnen sich auch so (man sehe etwa das Buch von Aubrey de Grey und Michael Ray, Niemals alt! So läßt sich das Altern umkehren. Verlag Transcript). Das ist Zukunft. De Grey und andere Forscher beschweren sich darüber, dass sie wenig Unterstützung für ihre Forschung bekommen. Damit leidet auch eine wirksamere Therapie gegen das Altern. De Grey sagt auch, die alten Menschen haben selbst schuld. Sie haben Angst vor dem älter werden, vor den Leiden, sterben lieber, machen daher keinen Druck auf Politik und Geldgeber, mehr Ressourcen zur Verfügung zu stellen. 1 Nicht die pharmazeutische Industrie ist hier aktiv, sondern – kaum zu glauben – Google. Man hat eine Tochterfirma aufgebaut, Calico, die mehr gegen Altern unternimmt als jede uns bekannte Unternehmung. Sogar Unsterblichkeit steht auf dem Programm. T nennt sich die Totcher: T = tackle aging (Altern angehen).

Die vorherrschende Beziehung zu Adaptogenen ist zwiespältig, überwiegend es „konzentrierte Nahrung“ durch Adaptogen auch unbekannt. Einige nehmen selbst welche ein, wie Ray Kurzweil, der jetzt bei Google neuartige Therapien gegen Altern entwickeln will, angefangen im Hirn (Alzheimer, Demenz) – bisher gibt es keine wirksamen Therapien, das Pflegeheim wartet. Kurzweil nimmt jeden Tag fast 100 Nahrungsergänzungsmittel ein. Wir sind früher schon ausführlicher auf ihn eingegangen. Seine Website ist immer einen Besuch wert (www.kurzweilai.net/). Andere haben eigene Interessen: wenn sich zeigt, daß Adaptogene etwas gegen Altern bringen und sich das herumspricht, wird die Bereitschaft, finanzielle Unterstützung für radikale Forschung zu leisten, eher zurückgehen. Wir haben doch die Ginsengs, Rhodiola, Ashwagandha usw.., sie wirken gegen fast alles, was den Körper von seiner natürlichen Lebensweise entfernt hat. Die Forschungsergebnisse hierzu explodieren geradezu.

Unsere Position deckt sich grundlegend mit der Sichtweise von De Grey und Kollegen. Wir sagen aber: lebe solange gesund, bis die fortschrittlichen Therapien auch zur Verfügung stehen. Das kann viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. Wer 50 ist und bis 100 gesund leben kann, durch Änderungen der Lebensweise, der hat 50 Jahre vor sich, in der medizinischer Fortschritt ihm weiterhelfen kann. In dieser Zeit bis das primäre Altern die Oberhand gewinnt, kann er mit seinem Leben noch viel unternehmen.

(3) Der dritte Punkt ist der problematische. Anti-Aging wird für Marketing mißbraucht. Das gilt für alles, sei es Kosmetik, ein Elektrofahrrad oder eine Matratze. Die amerikanische Geldsucht hat auch hierzulande voll um sich gegriffen. Viele Menschen lehnen daher zu Recht alles ab, wenn es mit Anti-Aging gekoppelt ist.

Den gleichen Vorwurf kann man natürlich aus uns gegenüber machen, darüber sind wir uns im Klaren. Wenn wir Adaptogene anbieten, versuchen wir daher auch, nachvollziehbare Argumente, wissenschaftlich belegt, vorzutragen. Jeder kann dann selbst entscheiden. Aufgrund zahlreicher Beschränkungen ist es allerdings nicht erlaubt, konkrete Krankheitsfelder anzusprechen oder gezielt auf bestimmte Forschungsergebnisse hinzuweisen.

Der Online-Markt ist eine wesentlich Hilfe für brauchbare Informationen, aber auch für das Gegenteil. Man muß bei jedem Anbieter aufpassen.

(4) Was kann man machen? Darauf bestehen, daß die angebotenen Produkte durch unabhängige Prüfinstitute analysiert und kontrolliert wurden und damit unbelastet von Schadstoffen im Rahmen der zulässigen Grenzen sind. Deutschland hat im übrigen die härtesten Anforderungen. Bei vielen Anbietern (aus dem Ausland ohnehin) würden wir nach unsereren Beobachtungen Fragezeichen machen können.

Wenn man das Obige einhält, gewinnt man auch Energie nicht nur aus den Wirkstoffen selbst, sondern auch psychische: man ist sicher, daß die Produkte sauber sind und man sie nicht absetzen muß und warten kann, bis die Wirkungen spürbar werden.

(5) Adaptogene tragen dazu bei, das körperliche Gleichgewicht zu erhalten und an Herausforderungen auch aus dem beruflichen Alltag oder der Freizeit (Sport) anzupassen. Wenn der Körper sich gesund fühlt, mag man annehmen, die „konzentrierte Nahrung“ (Energie) bringt überhaupt nichts. Ein Fehlschluß. Wenn man das Gleichgewicht (Fremdwort Homöostase und Allostase) für sich erreichen kann, haben Adaptogene ihre Wirkung erfüllt, die Erhaltung des körperlichen Gleichgewichts trotz vielfältigen Belastungen. Dies ist die Kernleistung für Anti-Aging.

(1) Siehe Aubrey de Grey, The real end of ageism, Rejuvenation Research, April 2014.
Diese Zeitschrift, von de Grey herausgegeben, veröffentlich seit kurzem auch zunehmend Beiträge zu Adaptogenen. Für die muß man allerdings Geld bezahlen, wenn man sie jenseits einer kurzen Fassung lesen will. Der Artikel von De Grey ist umsonst.2 Richard Waters, Letters of intent, The Financial Times, 15. August 2015; Johannes Boi, A und O einer Weltmacht, Süddeutsche Zeitung, 14. August, S. 15.

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