Der Grossmuttereffekt

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­In der Evolutionsbiologie wird oftmals gesagt: Wer ein Alter erreicht hat, in dem er Kinder erzeugt und erzogen hat, der hat keine biologische Funktion mehr. Er kann sterben. Die Gene der Menschen sind so im Evolutionsprozess über Tausende von Jahren entstanden. Die Gegenmeinung nennt sich Großmuttereffekt. Wer es zu einer Großmutter gebracht hat, kann immer noch die Kinder seiner Kinder oder die Kinder in anderen Familien betreuen und erziehen. Dazu muss er natürlich gesund sein, ein Mindestmaß an körperlicher und geistiger Vitalität besitzen. Die Vorteile genießen nicht nur die Kinder sondern auch deren Eltern. Sie können sich mit gleichfalls wichtigen anderen Dingen beschäftigen, insbesondere arbeiten. Und sie können stressfreier leben. Auch den Kindern wird Stress abgenommen. Und das heißt auch, sie können gesünder leben. Und wenn sie wollen, da sie gesünder sind, auch länger arbeiten. Der Großmuttereffekt wird somit zum Mutter/Vatereffekt. Viele Menschen, insbesondere Frauen, können dadurch eine Frühverrentung vermeiden, ihr Altwerden und Altsein damit problemloser erleben.

Man könnte sagen die Großmutter/der Großvater erzeugt somit Anti- Aging ­ Wirkungen.

Wie schafft man solches jedoch? Man kann sich in seiner Umwelt, seinem Bekanntenkreis umsehen, wie viele solches zustandebringen. In Mehrgenerationhäusern ist das sicher einfacher als im normalen leben, wo vor allem berufsbedingt, die Familien nicht mehr zusammen oder in der Nähe leben.

Damit die ältere Generation jedoch diese Wirkungen erzeugen kann, muss sie gesund sein. Wer wie manche, leider, im Alter 10 oder mehr Medikamente am Tag einnehmen muss oder sollen, den kann man vergessen. Mit dem Altwerden sinkt leider die Verfügbarkeit von Vitalstoffen. Oftmals werden auch Informationen verbreitet, welche die Menge und Anzahl an notwendigen Vitalstoffen unterschätzen. Teilweise bedingt durch problematische wissenschaftliche Aussagen. Nehmen wir Vitamin D, Sonnenvitamin genannt. Erstens nehmen es viel zu wenige Menschen ein, zweitens sinkt die Einnahme mit dem Altwerden, drittens sind die empfohlenen Mengen viel zu gering, teilweise um den Faktor 10. Eine jüngere Untersuchung an einer amerikanischen Universität zeigt auf: die bisherigen Empfehlungen – sie sind bis nach Europa, auch nach Deutschland ausgestrahlt – waren zu niedrig und zudem wissenschaftlich falsch ermittelt.1 Man empfahl 600 Internationale Einheiten oder IU pro Tag, bei Menschen, die älter als 70 sind, 800 IU pro Tag. Laut Aussage der Forscher müssten es jedoch 5,000 -7,000 IU sein. Auch Huffington Post ist ausführlich darauf eingegangen.2 Wer denkt: ich bin doch noch nicht alt, kann Böses erleben. Bereits bei jungen Frauen kann ein Mangel an Vitamin D zu Depressionen führen. 3Nähmen ihre Eltern Vitamin D bereits ein, würde das kaum eintreten.

Zu viel Vitamin D ist jedoch schädlich. Es gilt ein gutes Mittelmaß zu erreichen. Viele Amerikaner lassen sich ihren Vitamin D Spiegel deshalb ärztlich ermitteln.

Wer mehr über Vitamin D erfahren will, gehe auf die Website http://www.vitamindsociety.org/

Auch das Buch von Schmitt-Homm und Homm, Handbuch Anti-Aging und Prävention, 2014, enthält wertvolle Hinweise.

Es sei darauf hingewiesen: Vitamin D ist kein Adaptogen, eigentlich eher ein Hormon. Teepower hat es nicht im Angebot.

Kein Arzt verschreibt so etwas, keine Kasse zahlt. Man muss sein Anti-Aging selbst in die Hand nehmen, Länger Leidens frei zu leben, ist eines der größten Geschenke, die man sich im Leben machen kann. Wir verweisen nochmals auf die japanische Insel Okinawa. Viel Sonne dort. Die Menschen leben gesund bis in ein hohes Alter, arbeiten sogar noch wenn sie 90 und älter sind. Auch auf Sardinien lässt sich Vergleichbares beobachten. Die Menschen leben dort, wie es Dan Buettner darlegt, in einer sogenannten Blue Zone (Buettner, Blue Zones). „Lektionen länger zu leben von Menschen, die am längsten lebten.“National Geographic, 2008; auch ins Japanische übersetzt).

Jedermann, jede Familie, kann sich selbst zu einer Blue Zone machen.

Vitamin D ist kein Einzelfall, jedoch ein gravierender, da ein Mangel erhebliche Folgen für die Gesundheit hat. Ein Mangel bedeutet: durch Arzneien lässt er sich nur in Grenzen ausgleichen.

Es gibt viele alte Menschen, die es gesund bis in ein sehr hohes Alter schaffen. Aus dem Großmutter- wird ein Urgroßmuttereffekt. Den Großmuttereffekt kann im Prinzip jeder verwirklichen. Er muss jedoch in mancher Hinsicht aus der Normalität hinausgehen, sozusagen in seinem Leben innovieren, wenn er nicht schon über eine gesund erhaltende oder –machende Lebensweise verfügt.

Gwenn Weiss-Numeroff hat viele in ihrem Buch Extraordinary Centenarians in America (2013) vorgestellt.

Das folgende Bild zeigt einen kalendarisch (nicht biologisch) alten Mann, Fauja Singh. Er ist im Jahr 2012 hundert Jahre alt geworden. Er hat gerade einen Marathonlauf hinter sich gebracht. Er brauchte etwas mehr als 8 Stunden für die 42,195 km. Spitzenläufer machen es in 2 Stunden und 25 Minuten. Jeder kann sich ausrechnen, ob er selbst als 30-, 60- oder 90-Jährige(r) so etwas schaffen könnte: achtmal hintereinander 5 km pro Stunde.

Abbildung 1, Quelle: Spiegel Online

Das nächste Testphoto zeigt den Kanadier Earl Fee, 84 Jahre alt. Er hat als junger Mensch viel Sport gemacht, dann aufgehört, mit 57 Jahren wieder angefangen. Sein Ziel: 120 Jahre alt werden. Muskelmasse wie Beckenbauer in seinen besten Jahren. „Ich bin 82, aber ich fühle mich nicht sehr anders als im Alter von 32, ein sehr gutes Gefühl. Bevor ich wieder zu Laufen anfing, war ich nicht so energetisch oder lebenssprühend.“ (Quelle: CBC, 2012).

Abbildung 2, Quelle: CBC, 2012

Die dritte Illustration kommt aus Deutschland. Eine Frau macht Gymnastik, am Barren, auf dem Boden. Das Alter erkennt man bei genauen Hinschauen an den weißen Haaren. Johanna Quaas, mit 88 Jahren „die rüstigste Rentnerin der Welt.“4

Abbildung 3, Quelle: Spiegel Online

Das nächste Photo zeigt Seikichi Uehara, einen 97 Jahre alten Karatemeister von der Insel Okinawa .

Abbildung 4, Quelle: Suzuki u.a., 2011

Sind Earl Fee, Fauja Singh, Johanna Quaas, Seikichi Uehara Ausnahmefälle? Zweifelsohne, wenn man sie mit dem normalen gleichaltrigen Menschen vergleicht.

 

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